Sehr geehrte Damen und Herren!
Das bisherige Verhältnis von Schulsozialarbeitenden zur Schüler*innenzahl ist mit einer Stelle auf über 700 Schülerinnen und Schülern deutlich unterdurchschnittlich. In etwa anderthalb Stellen sollten es alleine sein, wollten wir zum Landes- oder Kreisdurchschnitt aufschließen. Ob die dann durchschnittliche Versorgung an Schulen hierbei in Sachen Kindeswohl tatsächlich ausreichend oder gar gut wäre, lässt sich einfach beantworten, wenn Empfehlungen von Fachverbänden für Schulsozialarbeit für eine Schule unserer Größe sich mehr als drei Vollzeitstellen wünschen. In Anbetracht der finanziellen Lage und des doch eher ländlichen Einzugsgebiets unseres Schulstandorts sollten zwei Stellen jedoch gerechtfertigt sein. Die unschätzbare Arbeit von Tobias Dorn, der über den Postillon e.V. an unserer Schule die bisherige Schulsozialarbeit übernimmt, würde mit der Verstärkung durch eine zweite Stelle soweit ausgebaut werden können, dass Schüler und auch Schülerinnen wirklich adäquat betreut werden könnten. Klassische Vorstellungen, dass Lehrer*innen alle Probleme ihrer Klasse auffangen können, decken sich nicht mit der Realität. Sie haben es wahrscheinlich nie getan. Nur durch eine zusätzliche, moderne und vom Umfang her angemessene Schulsozialarbeit können wir allen Schüler*innen gerecht werden.
Etliche Vorteile wurden von der Verwaltung aufgeführt. Der einzige Nachteil besteht darin, dass gute Arbeit nun einmal gutes Geld kostet. Nehmen wir jedoch bitte jetzt welches in die Hand und schaffen die zusätzliche Stelle, um Förderungen hierfür nachhaltig zu generieren, statt in einigen Jahren dann noch mehr zahlen zu müssen, aus eigener Kasse. Der Haushalt unserer Gemeinde steht nicht besonders gut da, jedoch ist die Dramatisierung der Lage nicht angemessen und aus unserer Sicht auch nicht angebracht. Sei es als persönliche Meinung, die der Zeitung zu entnehmen war, oder als stetes Argument gegen viele sinnvolle Entscheidungen, wie etwa bei der knappen Entsagung einer einmalig zusätzlichen fünften Klasse in der letzten Sitzung.
Wie 2024 in unserem kommunalen Wahlprogramm für Reilingen öffentlich zu lesen war, machen wir uns für den Ausbau der Schulsozialarbeit stark. Es ist uns eine Herzensangelegenheit. Somit stimmt die Fraktion Bündnis’90/Die Grünen für den Vorschlag der Verwaltung, also für eine Schaffung einer weiteren Vollzeitstelle für Schulsozialarbeit.
Simon Schell
Fraktionssprecher