Grüner Stammtisch

Die Reilinger Grünen treffen sich zum öffentlichen Grünen Stammtisch. Dieser findet am Donnerstag, 01.07.2021 ab 19 Uhr im Gasthaus zum Löwen, Hauptstr. 1 in Reilingen statt. Dabei wird über kommunalpolitische Themen gesprochen. Interessierte sind herzlich willkommen. Die Teilnehmerzahl ist wegen der Corona-Verordnung begrenzt. Um Anmeldung unter info@gruene-reilingen.de wird gebeten.

35 Jahre Reaktorunglück von Tschernobyl

Wir stellen uns gegen eine Renaissance der Atomkraft in Europa. Wir wollen einen vollumfassenden Atomausstieg in Deutschland umsetzen:
➡ Atomkraftwerke abschalten – in Deutschland und Europa!
➡ Urananreicherung in Gronau und Lingen beenden!
➡ Endlagerstandort für Atommüll finden — ergebnisoffen, transparent und mit öffentlicher Beteiligung!
➡ Und natürlich: Erneuerbare Energien ausbauen!
Vor 35 Jahren ereignete sich das Reaktorunglück von Tschernobyl. Ganze Landstriche wurden unbewohnbar, viele Menschen wurden aufgrund der hohen Strahlenbelastung krank. Die Folgen spüren wir bis heute.

 

 

Reilinger Grüne bei Aktion Saubere Gemeinde dabei

Gemeindeputzaktion mal anders: Trotz Pandemie wollten die Reilinger*innen ihren Dreck-Weg-Tag nicht ausfallen lassen. Auch wir Grünen waren mit Tatkraft dabei! Zwar nur innerhalb des eigenen Haushalts, aber dafür mit einer extra Portion Tatendrang.
Auf dem Spielplatz in der Haydnallee haben wir übrigens über 600 Zigarettenstummel, teilweise direkt neben dem Mülleimer gefunden. Am Reitplatz wurden Teepackungen und Unokarten aufgesammelt.

Baumann: „Ich werde für alle Menschen da sein“

„Die Menschen in Baden-Württemberg wollen, dass Winfried Kretschmann unser Ministerpräsident bleibt“, sagt Dr. Andre Baumann, der designierte Direktabgeordnete des Wahlkreises 40. „Vom historischen Wahlergebnis für die Grünen bin ich genauso überwältigt wie über unser Wahlergebnis im Wahlkreis Schwetzingen“. Andre Baumann liegt mit 31,1 % deutlich auf Platz eins. Im Vergleich zur letzten Landtagswahl haben die Grünen im Wahlkreis 40 4,7 % dazu gewonnen – die drittgrößte Steigerung der Grünen im Land Baden-Württemberg.

„Dieses Ergebnis ist ein Auftrag, das Beste für das Land und für Altlußheim, Brühl, Eppelheim, Hockenheim, Ketsch, Neulußheim, Oftersheim, Plankstadt, Reilingen und Schwetzingen zu geben und die entscheidenden Themen tatkräftig anzupacken: Klimaschutz voranbringen, den Wohlstand auf ein neues Fundament stellen und die liberale Demokratie verteidigen“.

„Ich danke den Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen, das sie mir geschenkt haben“, so Baumann. „Es gilt: Zuerst  der Wahlkreis und das Land, dann die Partei und dann die eigene Person.“ Er erklärt, dass er darum auch für die Bürgerinnen und Bürger da sein wird, die ihn nicht gewählt haben. Baumann gratuliert auch Daniel Born und Andreas Sturm zum Einzug in den Landtag.

„Diese Wahl hat gezeigt: Unsere Demokratie funktioniert trotz schwieriger Voraussetzungen durch die Pandemie. Auch der Wahlkampf hat funktioniert – aber der persönliche Austausch mit den Menschen hat gefehlt“, so Baumann. Seit September hat Baumann 42 öffentliche online-Konferenzen, aber nur fünf Wanderungen und Exkursionen durchgeführt, mehr als 80 Pressemitteilungen verschickt, aber nur 30 Unternehmen, Projekte und Vereine besucht. „Ich danke den bienenfleißigen und erfahrenen Aktiven der Grünen Ortsverbände und Listen“, sagt Baumann zum Abschluss. „Der Erfolg beruht gerade auch auf der sehr guten kommunalen Verankerung von uns Grünen.“


 

„Klimaschutz sichert Arbeitsplätze“

Über ambitionierte Klimaschutzpolitik der EU hat Dr. Andre Baumann mit dem grünen Europaabgeordneten Michael Bloss am Dienstagabend gesprochen.

„Wir haben jetzt nur noch dieses eine Jahrzehnt, um das Ruder rumzureißen“, betonte Michael Bloss, Klimaschutzexperte der Grünen und Mitglied des Europäischen Parlament. Landtagskandidat Dr. Andre Baumann hatte den Chef-Verhandler der Grünen in der EU-Klimapolitik zu einem klimaschutzpolitischen Abend eingeladen. „Gelingt es nicht, die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts zu begrenzen, werden nicht nur Korallenriffe aussterben. Wer wissen möchte, wie sich der Klimawandel auswirken wird, braucht nicht in die Ferne zu schauen. Schließlich sind die Folgen schon heute in der Kurpfalz sichtbar. Wir sehen jetzt schon die massiven Auswirkungen des Klimawandels in unserer Region“, sagte Baumann. „Kiefern und Buchen sterben vor unseren Augen in unseren Sanddünenwäldern ab. Wir müssen handeln. Jetzt. Und wir können handeln. Auch jetzt.“

Auf Ebene der Europäischen Union wurde längst erkannt, wie wichtig und dringend ein Gegensteuern sind. Aktuell werde über ein europäisches Klimaschutzgesetz verhandelt, in dem die 27 Mitgliedstaaten gemeinsam weitreichende Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz verbindlich verankern werden. Das berichtete Bloss. „Wie stark das Treibhausgas CO2 in den kommenden Jahren eingespart werden soll, darüber ringen derzeit noch EU-Parlament und Mitgliedstaaten“, sagte der Europapolitiker. Direkt auswirken werde sich ein ambitioniertes europäisches Ziel auf die Ziele von Deutschland und Baden-Württemberg, da diese sich gegenseitig bedingen. „Wir werden weltweit in einen Wettstreit der Regionen um den besten Klimaschutz treten“, erwartet Andre Baumann. „Wir müssen in Klimaschutz und grüne Technologien hineingehen, sonst werden wir wirtschaftlich abgehängt.“

Ein Recht auf Klimaschutz als einklagbares Grundrecht wird aktuell auch im Rahmen des Klimaschutzgesetzes verhandelt, sagt Michael Bloss. Denn wenn gravierende klimatische Veränderungen einträten, würden Grundrechte wie der Schutz des Eigentums oder die freie Wahl des ausgeübten Berufs nicht mehr gewährleistet sein. „Wenn die Häuser an den Stränden weggespült werden, dann ist es schwierig mit dem Recht auf Eigentum“, gibt Michael Bloß zu bedenken. Mit gewissem Stolz verkündet Bloss den jüngst erreichten Meilenstein. „Die EU wird die europäische Solarwirtschaft und den deutlichen Ausbau der Photovoltaik im Projekt „Solar Europe“ massiv fördern.“ Für Baumann ist das eine „Riesenchance“. Baden-Württemberg könne mit Innovationen eine Spitzenposition einnehmen. Zwar seien die Umstellung und Transformation der Wirtschaft eine große Herausforderung, doch stellt Baumann klar: „Klimaschutz sichert Arbeitsplätze.“ Baumann erinnerte an den massiven Abbau von Arbeitsplätzen in der deutschen Windenergiebranche, nachdem die große Koalition den Ausbau der Windenergie ausgebremst und das Erneuerbare-Energien-Gesetz verschlechtert hatte. Baumann: „40.000 Arbeitsplätze wurden seit 2016 vernichtet, davon allein 26.000 im Jahr 2016.“ Michael Bloss bringt es auf den Punkt: „Mehr Klimaschutz schafft mehr Arbeitsplätze.“ Für die baden-württembergische Wirtschaft sieht Bloss große Chancen: „Bei der Kreislaufwirtschaft sind wir sowieso schon vorne dabei. Und jetzt kriegen wir auch noch die Unterstützung aus Brüssel.“

„Landwirtschaft muss Chefsache werden“

Über eine Landwirtschaft der Zukunft hat Dr. Andre Baumann mit Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer von Bioland Baden-Württemberg, und Wolfgang Guckert, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Rhein-Neckar, sowie zahlreichen Teilnehmenden im Rahmen einer digitalen Konferenz diskutiert.

Buntgemischt war das Publikum, das Carolin Hoffmann im Gewölbekeller auf Ihrem Wersauer Hof virtuell willkommen heißen durfte: Biobauern und konventionelle Landwirte, Imker, Naturschützer und Naturschützerinnen, Lokalpolitiker, interessierte Bürgerinnen und Bürger. Landtagskandidat Dr. Andre Baumann, der die Konferenz organisiert hatte, brachte die Bedeutung des Themas auf den Punkt: „Eine der wichtigsten gesellschaftlichen und politischen Fragen ist: Wie soll eine Landwirtschaft der Zukunft aussehen?“

Baumann tritt dafür ein, dass Landwirte eine gute Zukunft haben und die Hofnachfolge gesichert ist. Dazu gehöre für ihn auch, gut wirtschaften zu können, „das heißt Geld verdienen.“ Baumann forderte: „Für gute Produkte muss man gute, faire Preise bekommen, von denen Landwirte gut leben können.“ Um Rücklagen zu bilden, zum Investieren, für Hobbies.

Dafür, dass sich Landwirtschaft und Naturschutz nicht als Gegner gegenüberstehen, sondern zusammenwirken, tritt Andre Baumann leidenschaftlich ein. „In Baden-Württemberg haben wir Kooperation statt Konfrontation.“ Baumann war in seiner Zeit als Staatssekretär im Umweltministerium maßgeblich an der historischen Versöhnung von Naturschutz und Landwirtschaft beteiligt. Mit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ war ein Konflikt heraufgezogen, der die Gesellschaft hätte spalten können. Unter Baumanns Mitwirkung konnte das Volksbegehren in ein Eckpunktepapier und ein Biodiversitätsstärkungsgesetz aufgelöst werden, mit denen Baden-Württemberg bundesweit eine Vorreiterrolle einnimmt. „Das ist mir wichtig, dass wir Bio und Konventionell gleichermaßen in den Arm nehmen“, sagte Baumann.

Wolfgang Guckert, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Rhein-Neckar, erklärte die schwierige Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe in der Region. Es könnten nicht immer neue Auflagen durch Natur- und Umweltschutz auf die Landwirtschaft zukommen. Er wünschte sich auch eine größere Wertschätzung der landwirtschaftlichen Arbeit durch die Gesellschaft und Politik. Dr. Christian Eichert, Geschäftsführer von Bioland Baden-Württemberg, wünscht sich für die nächste Legislatur, dass das Thema Landwirtschaft ganz oben auf der politischen Agenda steht. Auch Andre Baumann sieht dies als eine der wichtigsten Aufgaben der Politik an. Die Landwirtschaft brauche den gleichen Stellenwert wie der Strategiedialog Automobilwirtschaft. „Landwirtschaft, Naturschutz und Handel an einem Tisch zusammenbringen“, sagte Baumann und ergänzte: Mit einem starken Ergebnis der Grünen bei der Landtagswahl werde es einen Strategiedialog Landwirtschaft unter der Leitung von Winfried Kretschmann geben. Dann würde Landwirtschaft zur „Chefsache“.

Ziel sei es, so Baumann, dass es bis 2030 rund 30 bis 40 % Ökolandbau im Ländle gebe und die eingesetzten Pestizide in der konventionellen Landwirtschaft um 40 bis 50 % reduziert werden. Eichert wies darauf hin, dass die Ausweitung des ökologischen Landbaus eine der wesentlichen Maßnahmen sei, um den Pestizideinsatz zu reduzieren. Der Einsatz von Pestiziden ist mitverantwortlich für den massiven Rückgang der Artenvielfalt, insbesondere bei den Insekten. Dass sich mit der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft darüber hinaus den Betrieben höhere Preise böten, betonte Eichert.

Wie sich an den unterschiedlichen Wortbeiträgen zeigte, gibt es längst eine große Nähe und Übereinstimmung zwischen Naturschutz, ökologischer und konventioneller Landwirtschaft – nämlich bei den ausgemachten Herausforderungen und Zielen der Landwirtschaft. Als ein großes Problem wurde von allen Seiten der anhaltend hohe Druck auf die landwirtschaftlichen Flächen benannt. Auf Bundesebene wurden trotz anderslautender Absichtserklärungen der Großen Koalition bislang keine wirksamen Schritte unternommen, um den unverändert hohen Flächenverbrauch von 80 ha pro Jahr zu verringern. Eichert sagte, dass Landwirte die Ersten seien, denen Flächen weggenommen werden. „Wir haben in den letzten 60 Jahren die Fläche des Saarlands zugebaut“, ergänzte Thomas Romer, der am Bodensee einen Obsthof in biologischer Landwirtschaft betreibt.

Neubaugebiete tragen für Baumann einen Teil dazu bei. Baumann sagte: „Wir sollten verstärkt in die Höhe bauen, weniger in die Breite.“ So ließen sich die wertvollen Flächen für Landwirtschaft und Naturschutz erhalten. Denn: „Wir brauchen aktive, motivierte landwirtschaftliche Betriebe, um unsere Kulturlandschaft zu pflegen.“ Baumann erklärte: „Wir wollen die Landwirtschaftspolitik der Versöhnung von Landwirtschaft und Naturschutz fortsetzen. Landwirte brauchen einen guten Preis für gute Produkte.“ Wenn sie Natur und Umwelt förderten, dann solle dieses Produkt für die Gesellschaft einkommenswirksam gefördert werden.