Lieblingsradwege der Reilinger Grünen – Teil 3

Wir setzen unsere Reihe fort. Heute berichtet Ortsverbandssprecher Jochen Rotter über seinen favorisierten Radweg:

„Mein Lieblingsradweg führt durch den Wald zwischen Reilingen und Kirrlach. Da er stark vom Forst genutzt wird, wäre eine Sanierung für Spaziergänger*innen, Jogger*innen und Radfahrer*innen wünschenswert.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lieblingsradwege der Reilinger Grünen – Teil 2

Im 2.Teil unserer Reihe berichtet Vorstandsmitglied Robin Ciuman über seinen Lieblingsradweg.

„Mein Lieblingsradweg führt über die Felder am Reilinger See vorbei in Richtung Neulußheim. Von hier aus lassen sich tolle Radausflüge in die Pfalz starten und auch der Neulußheimer Bahnhof ist für weiter entfernte Ziele von hier aus zu erreichen. Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass die extreme Bodenwelle auf Höhe des Reilinger Sees im letzten Jahr repariert wurde.“

Lieblingsradwege der Reilinger Grünen – Teil 1

Mit dem Fahrrad zu fahren, schont die Umwelt und entlastet den Straßenverkehr. In unserer neuen Reihe möchten wir die Lieblingsradwege der Reilinger Grünen präsentieren. Heute stellt Ortsverbandssprecherin Anna-Lena Becker ihren Lieblingsradweg vor:

„Unsere kleine Sonntagsrunde führt uns häufig am St.Leoner See vorbei Richtung Autobahn A6 und dann wieder Richtung Reilingen am Wersauer Hof vorbei, damit die Jungs noch die Pferde anschauen können. Wir fahren dann diese Runde gerne mit dem Lastenrad, weil die Wege gut ausgebaut und breit sind.“

Reilinger Grüne bei Aktion Saubere Gemeinde dabei

Auch in diesem Jahr beteiligten sich die Reilinger Grünen an der Aktion Saubere Gemeinde. Bei angenehmen frühlingshaften Temperaturen sammelten die Grünen entlang des Großen Hertenwegs von der Bushaltestelle Hockenheimer Straße über den Wirtschaftsweg zur Kläranlage/Häckselplatz bis zum Reiterplatz Müll ein. Unter anderem fanden die Grünen medizinische Masken und zahlreichen Plastikmüll. So kamen mehrere blaue Säcke voll mit Müll zusammen.

v.l.n.r.: Oliver Keim, Eva-Maria Ciuman, Jochen Rotter

Solidarität mit der Ukraine – Rede unserer Fraktionssprecherin Lisa Dorn

Wir stehen heute hier und sind sprachlos. Sprachlos weil Krieg in Europa herrscht. Eine Situation, die für meine Generation surreal wirkt. Wir kennen Krieg in Europa nur aus Erzählungen der Älteren. Wir kennen Krieg nur aus der Schule. Fakten, Daten und Interaktionen, die man lernt, um sie dann in Prüfungen wiederzugeben. Ohne Emotionen, ohne Ängste der Betroffenen – in Büchern beschriebenes Leid, dass so fern klingt. Wir haben gelernt welche Aktion zu welcher Gegenreaktion von Machtinhabern geführt hat. Das menschliche Leid, die einzelnen Schicksale blieben außen vor.
Wir kennen Erzählungen von unseren Eltern und Großeltern, die Selbsterlebtes schildern. Wir kennen Bilder aus längst vergangen Kindheitstagen, die wir damals nicht einschätzen konnten, kennen Sirenen nur aus Übungen und Krieg nur aus dem Fernsehen aus weit entfernten Ländern. Wir sind behütet aufgewachsen in unserer Welt voller Frieden, unserem Europa voller Frieden. Und jetzt sehen wir Menschen, deren Welt von heute auf morgen buchstäblich in Trümmer liegt. Menschen, die von einer Großmacht bedroht werden und voller Angst in ihre Zukunft blicken. Wir sehen Menschen vor ihrem in Trümmer liegendem zu Hause. Menschen, die aus Angst um ihr Leben in U-Bahnstationen kauern. Menschen, die aus ihrer Heimat, ihrem zu Hause fliehen müssen. Und wir sehen Menschen- Zivilisten wie Sie und ich- die verletzt oder gar getötet werden. Ja, wir sehen  Menschen. Und das macht sprachlos. Für mich, als angehörige einer Generation, die solche Situationen hauptsächlich nur aus der Retrospektive, als Analyse von Machtspielereien kennt, wird bewusst, wie schnell sich der schicksalhafte Frieden ändern kann.

In den letzten Tagen lief mir beim Einschalten des Fernsehers ein eiskalter Schauer den Rücken herunter. Da gab es ein Bild eines jungen Paares, das sich weinend in den Armen lag. Eine Lehrerin, die mit Blut im Gesicht in die Linse der Kamera schaute. Junge Familien mit kleinen Kindern an der Hand, die aus ihrem Wohnhaus flohen, in das Mitten in der Nacht eine Bombe einschlug. All das sind Menschen, die ihr Leben in Frieden verbrachten. Menschen wie Sie und ich. Sicherlich wird auch der Krieg in der Ukraine in die Geschichtsbücher meiner Kinder eingehen. Mit seinen Daten, Fakten und der Analyse von Aktionen und
Gegenreaktionen. Dort wird es sicherlich keinen Verweis auf einzelne Schicksale, auf Ängste und Verzweiflungen geben. Und ich hoffe, dass meine Kinder ebenso wie ich in Frieden aufwachsen können. Dieses Recht steht allen Menschen zu. Ebenso wie das Recht, dass ihre Geschichte zählt. Das Recht gehört zu werden. Und vor allem das Recht auf Frieden und körperliche Unversehrtheit. Wir alle die heute hier sind, sind sprachlos. Sprachlos weil Menschen wie Sie und ich ihr Recht auf Frieden genommen bekommen haben.
Lisa Dorn
Fraktionssprecherin
Bündnis’90/Die Grünen

Haushaltsrede der Fraktion Bündnis’90/Die Grünen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

die Pandemie hat dem vergangenen Jahr wieder ihren Stempel aufgedrückt, nicht zuletzt auch in fiskalischer Hinsicht. Hofften wir bei der Beratung und Verabschiedung des letztjährigen Haushalts noch, Covid19 endlich hinter uns lassen zu können, hat uns 2021 eines besseren belehrt. Sicherlich zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont ab, was das nächste Jahr angehen wird. Der Haushalt jedoch, den wir heute verabschieden wollen, ist zutiefst von der Krise gekennzeichnet. Er steht aber auch für ein zukunftsorientiertes und dynamisches Reilingen, was sich in Investitionen in Digitalisierung und Technik, Sicherheit, langfristigen Sanierungen und das Dorfgemeinschaftsleben niederschlägt.
Eine neue EDV-Anlage im Rathaus modernisiert die Arbeit der Verwaltung und kann in den kommenden Jahren einiges an Geld einsparen. Ebenso erleichtern die Anschaffungen für unseren Bauhof die Bewältigung seiner Aufgaben und sind zukunftsorientiert. Durch die Pandemie rückte auch die Katastrophenbewältigung in unser aller Fokus. Es wurde uns bewusst, dass man auf das Unvorhersehbare vorbereitet sein muss. Die Wahrung der Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger muss an erster Stelle stehen. Der Ausbau der Sirenen und die Notstromversorgung des Rathauses sind längst überfällige Investitionen, die im Ernstfall sowohl Leben retten können, als auch die Katastrophenarbeit überhaupt ermöglichen. An dieser Stelle muss man auch die Renovierung des Bürgerbüros und die daran angegliederten Brandschutzmaßnahmen im Rathausgebäude erwähnen.
Dort wo Politik gemacht wird, wird häufig nur an die Personengruppen gedacht, die das Alter des Wahlrechts erreicht haben. Aber grade die junge Generation trägt die Konsequenzen der Entscheidungen der älteren Generationen. Wir befürworten daher Ausgaben für Kinder und Jugendliche, junge Familien, für Schule und Kinderbetreuung. Die Personalkosten in den Kindergärten und Krippen sowie die Investitionen für Schule und Bildung sind besonders hoch, aber aus unserer Sicht auch besonders notwendig. Es freut uns, dass auch diese Gruppe Platz im Haushaltsentwurf gefunden hat. Denn wir müssen heute schon an die Reilingerinnen und Reilinger von Morgen denken.

Eine Gemeinde wird nicht nur durch Verwaltungsstrukturen verkörpert, sondern auch durch ein aktives Dorfgemeinschaftsleben. Vielfalt, Kultur und Zusammenkünfte sind hierfür die Basis. Wir alle freuen uns nach der hoffentlich überstandenen Pandemie unsere Dorfgemeinschaft erneut aufleben zu lassen. Unsere schöne Gemeinde lebt vor allem durch aktive Bürgerinnen und Bürger, sowie durch die Vereine. An dieser Stelle möchten wir all jenen danken, die ihre persönliche Zeit für andere bereitstellen und sich engagieren. Investitionen in unsere Vereine und in Begegnungsstätten, wie etwa das Dorfgemeinschaftshaus, sind daher wichtiger denn je, denn sie bilden das Herzstücks Reilingens. Wir bitten daher die Gemeinde, immer wieder in den regen Austausch mit den Vereinsvorständen zu gehen, um deren Bedürfnisse zu erkennen und sie so optimal in den Haushalt einfließen zu lassen. Wollen wir aber bei der Bildung sparen? Oder bei der Versorgung unserer Kleinsten? Bei der Sicherheit? Bei unseren Vereinen und Gruppierungen, bei der Dorfgemeinschaft selbst? Wie in den letzen Jahren müssen wir als Grüne Fraktion den Finger in die Wunde legen: Konkrete Investitionen in Nachhaltigkeit und Umweltschutz liegen im Haushalt 2022 erneut nicht vor. Von einer Antragstellung haben wir jedoch aufgrund der schlechten Haushaltslage abgesehen. In den kommenden Jahren aber wird es unser aller Aufgabe sein, die bislang vernachlässigte Klimakrise wieder in den Fokus zu rücken. Umweltschutz und Nachhaltigkeit, sowie Anpassungen an den fortschreitenden Klimawandel werden uns vor gewaltige Herausforderungen stellen. Die einzubringenden Investitionen für das vor uns liegende Jahr sind für die Zukunft unseres Dorfes notwendig und unerlässlich. Seien wir nicht stolz darauf, Schulden zu machen. Seien wir stolz darauf, trotz der Krise auf finanziell halbwegs soliden Beinen zu stehen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stimmt dem vorgelegten Haushaltsentwurf sowie den Wirtschaftsplänen für 2022 zu. Wir bedanken uns bei Herrn Bürgermeister Weisbrod, Herrn Kämmerer Bickle und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kämmerei und der Verwaltung.
Lisa Dorn
Fraktionssprecherin
Bündnis’90/Die Grünen

Reilinger Grüne begrüßen die Einführung eines Jugendgemeinderats

Die Gemeinderatsfraktion Bündnis’90/Die Grünen hat das Vorhaben unterstützt und im Gemeinderat für die Einführung eines Jugendgemeinderats gestimmt. Eine aktive Jugendbeteiligung ist aus Sicht der Reilinger Grünen sehr wichtig. Nicht nur die Jugendlichen hätten etwas von einer besseren Jugendbeteiligung. Auch die Gemeinde kann von den Ideen und Anregungen der Jugendlichen profitieren, da Fehlinvestitionen besser vermeidbar wären und eine stärkere Nutzung, z.B. von Freizeitmöglichkeiten gegeben wäre.

Aus diesem Grund wurde bereits im Jahr 2016 ein Haushaltsantrag zur Einführung einer Jugendbeteiligung gestellt. Auch in den Gemeinderatswahlprogrammen 2014 und 2019 haben sich die Grünen für eine bessere Jugendbeteiligung ausgesprochen. Die Wahl zum Jugendgemeinderat soll voraussichtlich am 07.05.2022 stattfinden.

Elektromobilität ist die Zukunft, aber was passiert mit den gebrauchten Batterien?

Dr. Andre Baumann, Landtagsabgeordneter der Grünen, und Tayfun Tok, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, informierten sich bei Besuch des Startup DellCon über Entsorgung und Recycling von Lithium-Ionen-Batterien

Der Wandel der Automobilindustrie von Verbrennern zu batteriebetriebenen Autos ist in Zeiten der Klimakrise ein wichtiges Thema. Doch was passiert mit den gebrauchten Batterien, wenn sie für ein E-Auto nicht mehr nutzbar sind? Diese Frage stellte sich Markus Dellori schon vor einigen Jahren und gründete zusammen mit seiner Frau Nicole Jung-Dellori die Firma DellCon. Auf Einladung des Ehepaares besuchte Dr. Andre Baumann, Landtagsabgeordneter der Grünen, zusammen mit dem wirtschaftspolitischen Sprecher der Grünen Landtagsfraktion Tayfun Tok den Produktionsstandort in Reilingen.

Die Firma mit Verwaltungssitz in Hockenheim befasst sich mit dem Transport von gebrauchten sowie kritisch-defekten Lithium-Ionen-Batterien und einer möglichen Weiterverwertung in das sogenannte „Second Life“. „Es war ein großer Aufwand, bis die Firma das alles tun konnte: Viele Fortbildungen und Zertifizierungen, Qualitätsmanagement und Brandschutzkonzepte waren neben den Finanzfragen notwendig“, berichtete Jung-Dellori von den Anfängen in der Gründung. Doch die Mühe habe sich gelohnt. Das Startup DellCon habe ein Alleinstellungsmerkmal: Kein anderes Unternehmen habe in seinem Dienstleistungsportfolio sowohl den ADR-konformen Transport inklusive Verpackungsservice als auch die Demontage (Dismantling) zur Vorbereitung für das Recycling. Hinzu kommt die Befundung der Module als Grundlage für das Second-Life von Lithium-Ionen-Batterien aus der E-Mobilität. „Ich bin sehr stolz, dass es in meinem Wahlkreis ein solch innovatives Unternehmen gibt“, freute sich Baumann.

Tok interessierte sich dafür, wie die beiden Geschäftsführenden dazu gekommen sind, ein eigenes Unternehmen in dieser Sparte zu gründen. Dellori führte seine Antwort auf die Ausgangslage der Elektromobilität zurück: „Ich habe mir die Frage gestellt, was machen wir eigentlich mit den ganzen Batterien, wenn sie in den Autos nicht mehr benutzt werden können?“ Die Rechercheergebnisse führten zu dem Schluss: „Es werden Probleme auf uns zukommen.“

Elektroautos haben eine höhere Lebensspanne, als die darin enthaltenen Batterien. Diese müssen nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden, da sie nicht mehr die benötigte Leistung bringen. Die Batterien sind oftmals jedoch noch nicht am Ende ihres Lebens, sondern können noch jahrelang andere Aufgaben übernehmen.

Im Gegensatz zu normalen Autoersatzteilen, handelt es sich bei Batterien allerdings um Abfall mit Gefahrenpotential. „Der Umgang mit diesen Hochvoltsystemen erfordert eine eigene Qualifizierung. Wir kommen zum Einsatz, wenn die Batterie ausgebaut ist“, erklärte Dellori. Seine Frau ergänzte: „Die gebrauchten Batterien müssen zu einem dafür ausgelegten Entsorgungsbetrieb gebracht werden. Bei den etablierten deutschen Recyclingunternehmen ist die vorhandene Kapazität nicht groß genug, um die zu erwartenden Mengen aufzunehmen.“ Ähnlich sehe es auch in deutschen Nachbarländern aus. „Wir bauen die Systeme auseinander – auf Modulebene, wenn von den Kunden gewünscht auch auf Zellebene. Das spart auch für den anschließenden Entsorgungsweg inklusive Transport durch die Gewichtsreduktion von bis zu 30 Prozent Kosten ein. Das ist ökonomisch und ebenfalls besser fürs Klima“, führte Jung-Dellori aus. Darüber hinaus „fällt bei der Demontage einer Batterie ganz wenig Abfall an“, so Dellori.

Die Arbeitsfelder bei DellCon sind neben dem Transport und der Demontage der Batterien auch die Befundung. Dies ist ein wichtiger Schritt, um zur Entscheidung zu kommen, ob ein Modul in die Recyclinganlage verbracht werden muss oder ob es sich noch für das Second-Life eignet. „Neue Batterien entstehen dann durch andere Firmen, unsere Partner“, erklärte Jung-Dellori den Prozess. Auch die Verpackung und die Gefährdungsbeurteilung übernimmt DellCon. Markus Dellori ist sich sicher: „Batterien werden immer sicherer“.

Bei den gebrauchten Batterien, die bei DellCon bearbeitet werden, ist ein Teil wiederverwendbar, während ein anderer Teil sich nicht mehr für die Wiederverwendung eignet. Oftmals ist bei den gebrauchten Batterien jedoch nur die Kapazität geringer geworden. „Diese Batterien können dann zwar nicht mehr in einem Auto verwendet werden, dafür jedoch beispielsweise für Energiespeicher genutzt werden“, erklärte Dellori. Weitere Verwendungsarten im Second Life sind beispielsweise stationäre Anlagen in Produktionsfirmen, Bushaltestellen, Heimspeicher oder Windkraft-Zwischenspeicher. „Man kann sich nicht vorstellen, an wie vielen Stellen solche Batterien tatsächlich gebraucht werden“, stellte Jung-Dellori fest.

Die abmontierten Bestandteile wie Aluminium, Kupfer und Eisen oder auch Sicherungen und Schalter, können als Rohstoffe ebenfalls weiterverwendet werden. Dadurch kann die Wertschöpfungskette optimiert werden. „Der Umgang mit begrenzten und insbesondere kritischen Rohstoffen ist prioritär für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg und auch für den Umweltschutz. Darum setzt die Landesregierung eine Rohstoffeffizienzstrategie um“, sagte Dr. Andre Baumann, der als Staatssekretär diese mit vorantreibt. „Dadurch können wir uns von anderen Ländern, auch von autoritären Staaten, in der Rohstoffbeschaffung unabhängiger machen“, ergänzte Tok. „Dass die Akkus weiter genutzt oder in den Kreislauf zurückgeführt werden, ist absolut im Sinne der Ressourceneffizienzstrategie und des Urban Minings,“ stellte Baumann fest, „wir brauchen in Zukunft an vielen Stellen Energiespeicher, um erneuerbare Energien zwischenzuspeichern, für eine bessere Netzstabilität oder als Quartiersspeicher“, erläuterte Baumann die Einsatzmöglichkeiten von gebrauchten Akkus.

Tok berichtete von mehreren Projekten und Kampagnen des Wirtschaftsministeriums wie StartupBW zur Förderung und Vernetzung von Startups und deren Unterstützern. „Informieren Sie sich gerne mal beim Wirtschaftsministerium. Wir haben einige unterstützende Angebote für Startup-Unternehmen. Auch beim Strategiedialog Automobilwirtschaft des Staatsministeriums mache ich mich dafür stark, dass insbesondere junge Unternehmen miteinbezogen werden. So wird beispielsweise gerade ein Netzwerk über eine Internetplattform aufgebaut, eine Art Wikipedia unter anderem für die Akkuindustrie. Damit ein Markt entsteht, denn sonst bleiben die Pioniere ohne Infos auf der Strecke“, so Tok.

Das mittelständische Unternehmen beschäftigt 18 Mitarbeitende. Auf die Frage nach der Personalgewinnung stellte Dellori fest: „Bisher ist viel über persönliche Kontakte zustande gekommen und wir konnten alle Stellen besetzen. Der Fachkräftemangel ist aber auch bei uns zu spüren.“ Weil im Umgang mit Hochvoltsystemen eine eigene Qualifizierung erforderlich ist, werden Personen mit elektrotechnischer Ausbildung oder im Bereich Gefahrgut gesucht. Jung-Dellori ergänzte: „Besonders Fortbildungen sind immer berufsspezifisch und darum passen die nicht zu unseren Bedürfnissen oder wir können nicht daran teilnehmen, weil die Zielgruppe eine andere ist. Da es kein anderes Unternehmen in Deutschland wie uns gibt, müssen Fortbildungen also von uns selbst organisiert werden.“ Eine große Chance bei der Fachkräftegewinnung sehen die beiden Geschäftsführenden auch in der Zuwanderung.  „Es freut mich zu hören, dass Sie gerne einen Beitrag zur Integration leisten wollen, indem Sie Geflüchtete, die in ihrem Heimatland beispielsweise eine Elektroausbildung gemacht haben, eine Chance bei Ihnen geben“, freute sich Tok.

Mit Blick in die Zukunft erzählte Markus Dellori, dass statt rund 600 Systeme, die in den letzten beiden Jahren bei DellCon jährlich bearbeitet wurden, nun auf 350 Systeme monatlich erhöht werden sollen. „Wir wollen langsam weiter wachsen“, ergänzte Jung-Dellori. „Ich wurde schon oft angesprochen, was mit Batterien nach der Verwendung in einem Auto passiert. Nun kann ich eine konkrete Adresse nennen. Sie bei DellCon sind eine Lösung für emissionsfreie Automobilität“, stellte Tok am Ende des Besuchs fest. „Wir brennen für das Thema und stecken da unsere Leidenschaft rein“, freuen sich Nicole Jung-Dellori und ihr Mann Markus Dellori über das Kompliment. Baumann ergänzte, „Ich finde es toll und auch sehr wichtig, dass es Unternehmen wie Ihres gibt, die an unsere Zukunft denken und neben der Wiederverwendung von Lithium-Ionen-Batterien auch Wertstoffe wieder verfügbar machen.“

 

Bild: (v.l.n.r.) Tayfun Tok, Markus Dellori, Dr. Andre Baumann, Nicole Jung-Dellori

Danke

Vielen Dank an alle Wählerinnen und Wähler, die uns in Reilingen gewählt haben. Wir freuen uns über das beste Ergebnis für Bündnis’90/Die Grünen bei einer Bundestagswahl in Reilingen und sind aber natürlich nicht zufrieden. Wir konnten das Ergebnis der Erststimmen von 2017 8,33 % (365 Stimmen) auf 2021 14,16 % (643 Stimmen) steigern. Bei den Zweitstimmen haben wir in Reilingen 2021 13,7 % (2017: 10,4 %) erreicht.